Jetzt ist es amtlich: Alexander Zverev wird die Tennissaison 2026 als bester Spieler der Welt abschließen. Möglich gemacht hat das ausgerechnet eine Niederlage seines größten Verfolgers. Carlos Alcaraz scheiterte beim Masters in Shanghai überraschend am Belgier Zizou Bergs, der den Spanier mit 7:5 und 7:6 (7:4) aus dem Turnier warf. Damit kann Alcaraz den Deutschen nach Berechnungen der Spielerorganisation ATP nicht mehr einholen. Ben Shelton, der rechnerisch ebenfalls noch im Rennen war, hatte sich zuvor schon verabschiedet.
Für Zverev ist es die Krönung eines außergewöhnlichen Jahres. Der 29-Jährige hat in dieser Saison die French Open und die US Open gewonnen – zwei Major-Titel in einer Saison, nach denen er über Jahre vergeblich gejagt hatte. Nun folgt der nächste Meilenstein: Er wird erst der zweite deutsche Mann nach Boris Becker an der Spitze der Weltrangliste – und insgesamt der 30. Spieler, dem das seit Einführung des Rankings im Jahr 1973 gelingt.
Ganz ohne Glück lief es allerdings nicht. Sowohl Jannik Sinner, der derzeit noch die Nummer eins ist, als auch Alcaraz mussten in diesem Jahr Ausfälle hinnehmen. Sinners vorzeitiges Saisonende hatte Zverevs Weg nach oben praktisch schon vorgezeichnet. Wer aber zwei der vier größten Turniere eines Jahres gewinnt, muss sich für den Platz an der Sonne nicht rechtfertigen. Konstanz über die gesamte Saison ist im modernen Tennis ohnehin die eigentliche Währung – und genau die hat der Hamburger in diesem Jahr geliefert wie selten zuvor.
Offen ist nur noch, wann genau der Wechsel an der Spitze vollzogen wird. Der früheste Termin wäre der 2. November: Dafür müsste Zverev in Shanghai mindestens ins Finale einziehen und anschließend das Turnier in Wien gewinnen. Am Dienstag wartet im Achtelfinale zunächst Alexander Bublik. Selbst bei einer Niederlage wäre der Thron aber nur verschoben – nicht verloren.
