Riad: Erneut Geschoss am Flughafen – Huthi drohen Airlines

Riad: Erneut Geschoss am Flughafen – Huthi drohen Airlines

Der Flughafen der saudischen Hauptstadt kommt nicht zur Ruhe. Am Sonntag hat erneut ein Geschoss das Terminalgelände des King Khalid International Airport in Riad getroffen – nur einen Tag nach dem bislang schwersten Angriff auf ein Golfland seit Beginn des Iran-Kriegs im März. Nach Angaben der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition im Jemen gab es erneut Verletzte. Betroffen war der Bereich der Terminals 3 und 4, über die Inlandsflüge abgewickelt werden. Der Flughafen blieb geschlossen.

Am Samstag hatte eine Rakete dasselbe Terminal getroffen. Mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt, einige davon schwer. Unter den Toten sind Saudis, aber auch Menschen aus Bangladesch, Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Sudan, den Palästinensergebieten und ein US-Bürger. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen reklamierten die Angriffe für sich. Nach eigenen Angaben attackieren sie den Flughafen von Riad seit Mittwoch täglich; zudem beanspruchen sie Angriffe auf den Flughafen von Dammam und auf Öl- und Gasanlagen im Osten des Königreichs.

Die Koalition kündigte an, „entschlossen zu reagieren“. Die Huthi legten nach und warnten Fluggesellschaften, Passagiere und Personal ausdrücklich davor, saudische Flughäfen zu nutzen – das Schlimmste stehe noch bevor. US-Präsident Donald Trump erklärte, Washington erwäge, sich am Kampf gegen die Miliz zu beteiligen.

Für Riad kommt die Eskalation zur Unzeit: Das Land richtet gerade eine große internationale Energiekonferenz aus und will sich als Ziel für Investoren und Touristen präsentieren. Gleichzeitig toben im Jemen heftige Kämpfe nahe der Meerenge Bab al-Mandab, der wichtigsten Ausweichroute zur umkämpften Straße von Hormus. Der Konflikt rückt damit auch geografisch näher an die Lebensadern des Welthandels heran.

Author: amira-sl1