Die Modewelt hat an diesem Wochenende gleich zwei Nachrichten, die Kenner aufhorchen lassen – eine Ehrung für einen der stillsten Revolutionäre der Branche und ein Comeback auf der wichtigsten Bühne der Haute Couture.
Der British Fashion Council zeichnet den japanischen Designer Yohji Yamamoto mit dem Outstanding Achievement Award aus. Überreicht wird der Preis bei den Fashion Awards 2026, die am 30. November in der Londoner Royal Albert Hall stattfinden. Mit der Auszeichnung würdigt der Verband Yamamotos langjährigen Einfluss auf die Damen- wie auf die Herrenmode. Seine Handschrift – weite, asymmetrische Schnitte, viel Schwarz und eine Haltung, die Kleidung eher als Schutzraum denn als Statussymbol versteht – hat Generationen von Designern geprägt. Dass ausgerechnet einer, der den lauten Trends stets aus dem Weg ging, nun einen der wichtigsten Branchenpreise erhält, hat einen besonderen Reiz.
Ganz anders, aber nicht weniger spannend ist die Nachricht aus Italien. Atelier Versace wird bei der Pariser Couture-Woche im Januar 2027 wieder eine eigene Runway-Show zeigen – zum ersten Mal seit Juli 2016. Verantwortlich ist Kreativdirektor Pieter Mulier, der damit die erste Couture-Kollektion des Hauses unter seiner Leitung präsentiert. In den vergangenen Jahren hatte sich Versace im Couture-Bereich vor allem auf maßgefertigte Roben für den roten Teppich konzentriert. Die Rückkehr auf den Laufsteg ist deshalb mehr als ein Termin im Kalender: Sie ist ein Bekenntnis zum großen Handwerk.
Zwei Meldungen, zwei Welten: hier der Altmeister des Understatements, dort das Haus des opulenten Glamours. Gemeinsam zeigen sie, dass die Mode in diesem Herbst wieder stärker auf Substanz setzt – auf Lebenswerk und auf echtes Handwerk.
