Kane trifft wieder, Rice rettet Arsenal: Bayern spielt 2:2 – Como demütigt Manchester United

Kane trifft wieder, Rice rettet Arsenal: Bayern spielt 2:2 – Como demütigt Manchester United

Es war einer dieser Champions-League-Abende, an denen man nach dem Schlusspfiff nicht genau weiß, ob man sich freuen oder ärgern soll. Der FC Bayern München und der FC Arsenal trennten sich am dritten Spieltag der Ligaphase in der Allianz Arena mit 2:2 – ein Ergebnis, das beiden Mannschaften einen Punkt bringt, aber vor allem eines zeigt: Hier trafen zwei Teams aufeinander, die in dieser Saison ganz oben mitspielen wollen.

Für die Münchner sah lange vieles nach einem Heimsieg aus. Acht Minuten vor dem Ende lagen sie in Führung, die Fans hatten bereits angefangen zu feiern. Dann aber zog Declan Rice ab, und der Ball schlug zum Ausgleich ein. Arsenal hatte sich zurückgekämpft, Bayern musste sich mit einem Unentschieden begnügen.

Die Gäste aus London waren zunächst sogar in Führung gegangen. Martin Ødegaard spielte einen feinen Pass in die Tiefe, Eberechi Eze verwertete eiskalt. Es war ein Treffer, der die Qualität im Offensivspiel der Gunners zeigte: schnell, präzise, ohne unnötige Umwege. Doch Bayern antwortete mit einer Kombination, die nicht weniger elegant war. Harry Kane, sonst vor allem als Torjäger gefürchtet, legte diesmal auf – Alphonso Davies vollendete zum 1:1.

Den Unterschied schien danach eine Szene im Strafraum zu machen. Jurriën Timber bekam den Ball an die Hand, der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter, und Kane ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen. Mit seinem verwandelten Strafstoß traf der Engländer im zehnten Champions-League-Spiel in Folge. Insgesamt steht er damit bei 58 Treffern in diesem Wettbewerb – eine Zahl, die ihn längst in die Reihe der ganz großen Stürmer der Königsklasse stellt. Die UEFA kürte ihn folgerichtig zum Spieler des Spiels.

Dass es am Ende trotzdem nicht zum Sieg reichte, dürfte in München für Diskussionen sorgen. Eine Führung so spät noch herzugeben, ist für eine Mannschaft mit Titelambitionen ärgerlich. Auf der anderen Seite ist ein Punkt gegen einen Gegner wie Arsenal alles andere als eine Blamage. Die Londoner gehören seit einigen Jahren zu den konstantesten Teams Europas, und gerade ihr Mittelfeld um Rice und Ødegaard gilt als eines der besten auf dem Kontinent.

Como verzaubert, Real Madrid und Aston Villa bleiben makellos

Während in München zwei Schwergewichte die Punkte teilten, sorgte am Comer See ein vermeintlicher Außenseiter für die größte Schlagzeile des Abends. Como 1907 fegte Manchester United mit 4:1 vom Platz – und das hochverdient. Die Mannschaft von Trainer Cesc Fàbregas spielte mutig, schnell und mit viel Spielfreude nach vorne.

Der Mann des Abends hieß Nicolás Paz. Der argentinische Nationalspieler zirkelte den Ball schon nach zwei Minuten herrlich ins lange Eck. Kurz nach der Pause bereitete er das zweite Tor durch Tasos Douvikas vor, der den Ball über United-Keeper Senne Lammens hob. Rund um die Stundenmarke folgte Paz’ zweiter Treffer nach einem sehenswerten Solo, ehe Jacobo Ramón per wuchtigem Kopfball auf 4:0 stellte. Der eingewechselte Joshua Zirkzee betrieb in der Nachspielzeit nur noch Ergebniskosmetik. Für den dreimaligen Titelträger aus Manchester war es ein Abend zum Vergessen, für Como dagegen einer, über den man in der Stadt noch lange sprechen wird.

Ganz souverän präsentierte sich Real Madrid. Die Königlichen schlugen RB Leipzig mit 4:1 und haben damit nach drei Spielen die volle Punktzahl. In der ersten Halbzeit musste allerdings Thibaut Courtois zweimal glänzend parieren, ehe Bernardo Silva und Arda Güler jeweils kurz vor und nach der Pause trafen. Kylian Mbappé erhöhte in der 83. Minute mit einem traumhaft geschlenzten Ball auf 3:0. Tidiam Gomis gelang für Leipzig zwar noch der Anschlusstreffer, doch Yan Diomande antwortete prompt mit einem Volley in den Winkel – ausgerechnet gegen seinen früheren Verein. Mbappé wurde zum Spieler des Spiels gewählt.

Auch Aston Villa bleibt in der Ligaphase ohne Punktverlust. Gegen den norwegischen Klub Viking gewann die Mannschaft von Unai Emery mit 3:1. Ross Barkley köpfte nach einer Ecke von Ibrahim Mbaye zur Führung ein, Emiliano Buendía legte per Elfmeter nach. Das dritte Tor entstand nach einer Flanke des Brasilianers Alysson, die Viking-Verteidiger Henrik Heggheim unglücklich ins eigene Netz lenkte. Peter Christiansen sorgte spät mit einem akrobatischen Volley für den Ehrentreffer der Gäste. Als bester Spieler wurde John McGinn ausgezeichnet.

Real Betis komplettierte das Trio der Mannschaften, die an diesem Mittwoch ihren dritten Sieg im dritten Spiel feierten. Die Andalusier setzten sich mit 1:0 gegen Feyenoord Rotterdam durch. Ebenfalls knapp gewann Inter Mailand: Gegen Schachtar Donezk reichte den Italienern im Giuseppe-Meazza-Stadion ein einziger Treffer.

Für Galatasaray war es dagegen ein Abend der Erleichterung. Die Türken holten in Lille ihre ersten Punkte und gewannen spektakulär mit 4:2. Yunus Akgün traf bereits nach 66 Sekunden, doch Lille antwortete durch den erst 19-jährigen Soriba Diaoune, der zunächst Torhüter Uğurcan Çakır umkurvte und später mit einem zweiten, schön gezirkelten Schuss sogar die Führung für die Franzosen erzielte. Am Ende setzte sich aber Galatasaray durch und dürfte mit neuem Selbstvertrauen in die nächsten Aufgaben gehen.

Eine Überraschung gab es auch in Lissabon: Der österreichische Vertreter LASK Linz gewann bei Sporting CP mit 3:2. Club Brügge wiederum ließ dem RC Lens beim 3:0 keine Chance.

Was bleibt von diesem Spieltag? Zunächst die Erkenntnis, dass die neue Ligaphase auch in ihrer dritten Runde für Spannung sorgt. Die großen Namen wie Real Madrid liefern, doch Klubs wie Como, Aston Villa oder LASK zeigen, dass in diesem Format jeder jeden schlagen kann. Für den FC Bayern ist das 2:2 gegen Arsenal ein solides, aber kein perfektes Ergebnis. Harry Kane trifft weiter in jedem Spiel, und solange das so bleibt, müssen sich die Münchner um ihre Chancen auf das Weiterkommen wenig Sorgen machen. Ärgerlich bleibt nur, dass ein später Moment der Unachtsamkeit diesmal zwei Punkte gekostet hat.

Die Ligaphase läuft noch bis Ende Januar 2027. Bis dahin werden sich viele der Geschichten dieses Abends weiterschreiben – vielleicht auch die von Como, das sich an diesem Mittwoch ganz Europa vorgestellt hat.

Author: amira-sl1