Der Eurovision Song Contest wächst – und verliert zugleich bekannte Gesichter. Die Europäische Rundfunkunion EBU hat am Mittwoch mitgeteilt, dass für die 71. Ausgabe im Mai 2027 bisher 36 Sender ihre Teilnahme bestätigt haben. Austragungsort ist die bulgarische Hafenstadt Burgas am Schwarzen Meer. Das sind ein Land mehr als in diesem Jahr.
Für Aufsehen sorgt vor allem ein Neuling: Kanada gibt sein Debüt beim ESC. Damit schickt erstmals ein Land aus Nordamerika einen eigenen Beitrag in den Wettbewerb, der seit Jahrzehnten Fans weit über Europa hinaus begeistert. Für die Show in Burgas dürfte das zusätzliches Interesse jenseits des Atlantiks bedeuten.
Weniger erfreulich ist die Lücke auf der anderen Seite: Irland und die Niederlande bleiben dem Wettbewerb fern. Beide Rundfunkanstalten boykottieren den ESC aus Protest gegen die Teilnahme Israels. Gerade Irland ist mit sieben Siegen eine der erfolgreichsten Nationen der Contest-Geschichte, auch die Niederlande gewannen zuletzt 2019. Ihre Abwesenheit zeigt, wie sehr die Weltpolitik inzwischen auch die größte Musikshow des Kontinents prägt.
Noch nicht entschieden haben sich Spanien, Slowenien und Island. Ihre Zusage oder Absage wird in den kommenden Wochen erwartet. Für Spanien wäre ein Fehlen besonders bemerkenswert, denn das Land gehört zu den großen Geldgebern der EBU und ist traditionell automatisch für das Finale gesetzt.
Musikalisch bleibt das Konzept unverändert: Jedes Land schickt einen Song von höchstens drei Minuten, im Finale entscheiden Fachjurys und Publikum gemeinsam. Bulgarien selbst hofft als Gastgeber auf ein starkes Heimspiel und auf Tausende Fans, die im Mai an die Küste reisen.
Für Burgas beginnt nun die heiße Phase der Vorbereitung. Die Stadt am Schwarzen Meer will sich im Frühjahr als bunte Bühne für Musik aus Dutzenden Ländern präsentieren – mit Strandpromenade, Fanzonen und jeder Menge Glitzer. Wer am Ende auf der Bühne steht, entscheiden die Länder nun in ihren nationalen Vorentscheiden.
