Techno trifft KI: Charlotte de Witte veröffentlicht EP mit virtueller Sängerin NAVA

Techno trifft KI: Charlotte de Witte veröffentlicht EP mit virtueller Sängerin NAVA

Die belgische Techno-Produzentin Charlotte de Witte sorgt mit einem ungewöhnlichen Projekt für Diskussionen: Im November erscheint auf ihrem Label KNTXT die EP „Azadi“ – gemeinsam mit NAVA, einer KI-Sängerin. Drei Tracks umfasst die Veröffentlichung, der Titel bedeutet auf Persisch „Freiheit“.

Hinter NAVA steht der britisch-iranische Künstler Farbod Mehr aus London. Nach seinen Worten steht die virtuelle Figur für iranische Frauen, denen es verboten ist, öffentlich zu singen. Die KI-Stimme soll also gerade jenen eine Bühne geben, die selbst keine haben dürfen.

Doch die Ankündigung per Instagram-Video stieß bei vielen Fans auf Kritik. Unter dem Beitrag häufen sich Kommentare gegen den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Musik. Ein Einwand trifft besonders: Statt einer KI hätte man echten iranischen Sängerinnen eine Stimme geben können, die in den Untergrund gedrängt wurden. De Witte hat sich zu der Kritik bisher nicht geäußert.

Die Debatte fällt in eine Zeit, in der das Thema KI die Musikbranche ohnehin aufwühlt. Erst diese Woche hat der Musikverlag Reservoir Media die KI-Firma Suno verklagt, weil sie 1.050 Kompositionen ohne Erlaubnis für das Training ihrer Software genutzt haben soll. Gegen Suno klagen bereits auch große Labels wie Universal und Sony.

Ob „Azadi“ als mutiges Kunstprojekt oder als Fehltritt in Erinnerung bleibt, werden wohl erst die Clubs entscheiden. Klar ist: Die Frage, wie viel Maschine in der Musik stecken darf, wird uns noch lange beschäftigen.

Author: amira-sl1