Die vom Iran zur Verwaltung der Straße von Hormus eingerichtete Behörde PGSA hat Reedereien scharf verwarnt: Wer nicht autorisierte Routen in der Region nutzt, riskiere nicht nur finanzielle Schäden, sondern auch menschliche Verluste für Schiff, Kapitän und Besatzung. Gleichzeitig drohen betroffene Unternehmen mit dauerhaften Einschränkungen bei künftigen Durchfahrten. Die Warnung richtet sich vor allem an Schiffe, die iranische Beschränkungen umgehen und zuletzt verstärkt entlang der omanischen Küste fuhren. Teheran versucht damit, ein entweichendes Druckmittel zurückzugewinnen – und setzt die zivile Schifffahrt erneut unter Spannung.
Hintergrund ist die anhaltende Blockade der strategischen Meerenge. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs lief vor dem Konflikt durch Hormus; nach Kriegsbeginn brachte Teheran den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen nahezu zum Erliegen. Die Preise für Öl und Gas stiegen sprunghaft. Nun ringen die Parteien um eine vollständige Wiederöffnung. Laut iranischem Außenminister Abbas Araghtschi soll Teheran den USA über Katar einen Sieben-Tage-Plan übermittelt haben, unter anderem mit der Forderung, die amerikanische Seeblockade aufzuheben. US-Präsident Donald Trump lehnte das Angebot ab; es sei nicht annehmbar gewesen. Solange diese Gegensätze bestehen, bleibt jede Schiffsroute in der Region ein politisches Risiko.
Der Oman drängt unterdessen auf Dialog. Außenminister Badr al-Busaidi bot bei der UN-Generaldebatte erneut Vermittlung an und rief zu Zurückhaltung und Weitsicht auf. Sein Land will die Sicherheit der Schifffahrt weiter fördern und alle Seiten zur Zusammenarbeit bewegen. Ob das gelingt, ist ungewiss. Solange Verhandlungen stocken und Warnungen schärfer werden, bleibt die Straße von Hormus nicht nur eine Schiffsroute, sondern ein geopolitisches Druckmittel mit direkten Folgen für Energiepreise, Lieferketten und die globale Wirtschaft. Für Reedereien heißt das vor allem: Sorgfalt ist kein Ratschlag mehr, sondern Überlebensfrage.
