Diane von Furstenberg zurück auf dem Laufsteg: Henry Zankov eröffnet die NYFW

Zum Auftakt der New York Fashion Week kehrte Diane von Furstenberg erstmals seit nahezu einem Jahrzehnt auf den Laufsteg zurück – und zwar auf der High Line, umrahmt von Gästen in Wickelkleidern und knalligen Farben. Künstlerischer Direktor Henry Zankov gab damit sein Debüt für das Haus DVF: eine Heimkehr, denn der Belgier hatte bereits 2014 als Strickdesigner bei der Marke begonnen, vier Jahre dort gearbeitet und später sein eigenes Label gegründet.

Zankov formulierte sein Ziel klar: Körperhaltung, Sinnlichkeit, Stoff und Freiheit – also die DNA von Diane von Furstenberg weiterzutragen, ohne sie nur zu zitieren. Das ikonische Wrap Dress bleibt Anker, soll aber in neuen Schnitten, Drucken und Silhouetten wieder zum Statement werden. Die Show setzte auf Farbe und Präsenz und signalisierte: DVF will nicht als Nostalgie-Marke enden, sondern als lebendige New-York-Stimme der Saison Frühjahr/Sommer 2027.

Das Outdoor-Setting auf der High Line unterstrich den urbanen Anspruch: Mode als Teil der Stadt, nicht nur der Salonwelt. Gäste in Signature-Looks der Marke bildeten eine Art lebendige Kulisse und erinnerten daran, wie stark DVF historisch mit der Idee weiblicher Selbstbestimmung verbunden ist. Zankovs Aufgabe ist es nun, diese Geschichte in eine aktuelle Sprache zu übersetzen – kommerziell tragfähig und stilistisch frisch.

Für die Modewoche war der Auftritt ein starkes Zeichen. Ein Klassikerhaus unter neuem kreativen Lead, ein outdoor-taugliches Setting und ein Publikum, das die Markensprache schon im Dresscode mitbrachte – genau die Mischung, mit der DVF wieder in den Vordergrund der Gespräche rücken will. Ob die Kollektion den kommerziellen Schwung der Marke neu zündet, entscheidet sich in den Stores; auf dem Laufsteg hat Zankov jedenfalls den ersten Aufschlag gesetzt.

Author: amira-sl1