Venedig 2026: Danny Boyles „Ink“ eröffnet, Golden Lion im Rampenlicht

Venedig 2026: Danny Boyles „Ink“ eröffnet, Golden Lion im Rampenlicht

Auf dem Lido ist die Filmwelt wieder versammelt: Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig laufen vom 2. bis 12. September 2026 – und der Auftakt war bewusst laut. Eröffnungsfilm ist Danny Boyles Tabloid-Drama „Ink“, eine Geschichte über Medienmacht, Skandale und die Gier nach Aufmerksamkeit. Die Jury führt Maggie Gyllenhaal an; Pressetermine, die zunächst auf der Kippe standen, finden nach Kritik doch statt. Schon am ersten Abend war klar: Dieses Festival will nicht nur glänzen, sondern auch debattieren.

Im Wettbewerb und in den Nebenreihen mischen große Namen und Überraschungen: von Robert Pattinson in einer Reality-TV-Satire über japanische und koreanische Beiträge bis zu indischen Produktionen unter dem Banner „SUPER SIX“. Politisch bleibt das Festival nicht unberührt – Debatten um Repräsentation und Nahost-Proteste begleiten den Teppich, ohne dass Großdemonstrationen das Programm bisher lahmgelegt hätten. Die Veranstalter versuchen den Spagat zwischen Kunstfreiheit, Sicherheitsfragen und öffentlichem Druck.

Für Kinofans zählt vor allem das Versprechen des Lido: zehn Tage lang Premieren, Gerüchte und der Kampf um den Goldenen Löwen. Stars wie George Clooney und Penélope Cruz werden am roten Teppich erwartet; gleichzeitig kämpfen kleinere Filme um Sichtbarkeit jenseits der Blitzlichtgewitter. Venedig zeigt 2026 wieder, dass Festivalglamour und Zeitgeist denselben roten Teppich teilen – und dass ein starker Eröffnungsfilm die Messlatte für alles Weitere setzt.

Ob „Ink“ am Ende nur ein lauter Startschuss bleibt oder den Ton der Preisnacht bestimmt, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Klar ist schon jetzt: Wer Kino als Seismograf der Gegenwart begreift, kommt am Lido in diesem September nicht vorbei. Zwischen Gondeln, Suchscheinwerfern und Jury-Wertungen schreibt Venedig wieder mit an dem, was das Kinojahr 2026 erinnern wird.

Author: amira-sl1