Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte führt der FC Augsburg die Bundesliga-Tabelle an – und Trainer Manuel Baum hat den Moment für die Ewigkeit festgehalten. Nach dem 4:1 (0:1) bei Eintracht Frankfurt sprang der FCA auf Platz eins. Baum berichtete, er habe einen Screenshot der Tabelle gemacht, „um die immer im Handy dabeizuhaben“. Für einen Club, der lange ums reine Überleben kämpfte, wirkt dieser Bildschirmbeweis fast surreal.
Der 47-jährige Coach blieb trotzdem nüchtern. Die Tabellenführung sei eine Momentaufnahme, die man einen Tag genießen dürfe, ohne gleich große Ziele auszurufen. Mit sechs Punkten und 7:1 Toren startete Augsburg stark in die Saison; Europa-Träume wollte Baum ausdrücklich nicht bedienen. Stattdessen bleibt die Devise: Woche für Woche ein Spiel gewinnen. Genau diese Haltung soll verhindern, dass aus einem historischen Hoch vorschnell Druck entsteht.
Entscheidend war die Reaktion nach der Pause. Nach einer deutlichen Ansprache drehte die Mannschaft das Spiel und zeigte, dass sie Kritik aushält. Baum lobte den Kader und die Banktiefe – und damit die Chance, in dieser Saison länger oben mitzusprechen, ohne sich festzulegen. Für die Fans in Augsburg zählt vorerst der historische Nachweis: Ja, der FCA war wirklich einmal Erster. Ob daraus mehr wird, entscheidet der nächste Spieltag.
Frankfurt hatte zur Pause noch geführt, doch Augsburg kam mit Tempo und Mut zurück. Tore, Tempo und ein breiter Kader machten den Unterschied – und lieferten Baum das Argument, dass die Schwaben nicht nur Überraschungsgäste sind. In einer Liga, in der Tabellenführung oft nur eine Nacht hält, genießt Augsburg den historischen Moment bewusst kurz. Morgen zählt wieder der nächste Gegner; heute darf der Screenshot bleiben.
