Die Modewelt hat einen neuen Namen, den man sich merken sollte: Zane Li. Der in Chongqing geborene und in New York arbeitende Designer hat mit seinem Label Lii den CFDA/Vogue Fashion Fund 2026 gewonnen. Damit verbunden sind 300.000 US-Dollar Preisgeld und ein Jahr intensives Business-Mentoring, also genau die Art Rückenwind, die junge Marken in einer hart umkämpften Branche brauchen.
Verliehen wurde die Auszeichnung bei einem glamourösen Abend in New York, zu dessen Gastgebern unter anderem Anna Wintour, Tory Burch und Thom Browne gehörten. Die beiden Zweitplatzierten, Emily Dawn Long und Aisling Camps, dürfen sich jeweils über 100.000 Dollar freuen.
Was Li so besonders macht, ist seine Handschrift: Er bringt Sportswear und Couture zusammen, ohne dass es nach Kompromiss aussieht. Klare Farbblöcke, experimentelle Schnitte und eine fast architektonische Präzision prägen seine Entwürfe. Bequemlichkeit und Anspruch schließen sich bei ihm nicht aus, sie verstärken einander.
Für den Absolventen des New Yorker FIT ist es bereits die dritte große Ehrung in diesem Jahr. Zuvor hatte er schon den Karl-Lagerfeld-Preis im Rahmen des LVMH Prize in Paris sowie den Ready-to-Wear-Award des Fashion Trust U.S. erhalten. Ein solches Triple in einer Saison ist selten.
Der Fashion Fund gilt seit mehr als zwei Jahrzehnten als eines der wichtigsten Sprungbretter für amerikanische Nachwuchstalente. Zahlreiche Gewinner der vergangenen Jahre haben sich danach international etabliert, eigene Läden eröffnet oder Kooperationen mit großen Häusern geschlossen. Neben dem Geld zählt vor allem das Netzwerk: Mentoren aus Handel, Produktion und Marketing helfen dabei, aus einer kreativen Idee ein tragfähiges Unternehmen zu machen.
Für die Branche ist der Sieg ein Zeichen: Die Zukunft der Mode gehört Designern, die Alltagstauglichkeit und Kreativität verbinden. Man darf gespannt sein, wohin Lii mit dem frischen Kapital wächst.
