Erste Halbzeit Rohkost, zweite Halbzeit Spektakel: Borussia Dortmund hat am Freitagabend den fünften Sieg im fünften Bundesliga-Spiel knapp verpasst. Vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park trennte sich der Tabellenführer nach einer wilden Schlussphase 2:2 von Werder Bremen.
Lange passierte wenig. Der BVB hatte mehr vom Spiel, scheiterte aber immer wieder an Bremens starkem Torhüter Hein. Erst in der 80. Minute brach Daniel Svensson nach einem schnellen Konter über Serhou Guirassy und Fábio Silva den Bann. Nur fünf Minuten später köpfte Nico Schlotterbeck nach einer Ecke zum vermeintlich entscheidenden 2:0 ein – die Südtribüne stimmte bereits „Spitzenreiter“-Gesänge an.
Doch Werder zeigte erneut Comeback-Qualitäten. Ludovit Reis verkürzte in der 88. Minute mit einem satten Distanzschuss aus rund 24 Metern über den Innenpfosten. Und in der Nachspielzeit schrieb ausgerechnet ein früherer Dortmunder das Drehbuch zu Ende: Niclas Füllkrug köpfte nach einer Hereingabe von Marco Grüll zum 2:2 ein (90.+2).
Für Werder ist der Punkt mehr als nur ein Achtungserfolg. Die Hanseaten haben in dieser Saison schon mehrfach späte Rückstände gedreht und beweisen damit eine Moral, die sie zu einem unangenehmen Gegner für jedes Team der Liga macht. Dortmund dagegen muss sich die Frage gefallen lassen, warum eine souveräne Führung in den letzten Minuten so leichtfertig verspielt wurde. Ein Ballverlust im Spielaufbau vor dem Anschlusstreffer und eine unsortierte Abwehr bei der letzten Standardsituation kosteten am Ende zwei wichtige Punkte im Titelrennen, während die Verfolger aus München und Freiburg ihr Spiel am Wochenende noch vor sich haben.
Trotz des späten Ausgleichs bleibt Dortmund mit 13 Punkten und 11:4 Toren vorerst an der Spitze. Bremen hält mit acht Zählern Anschluss an die oberen Plätze. Für den BVB geht es ohne Pause weiter: Am Mittwoch, 14. Oktober, wartet international der norwegische Meister FK Bodø/Glimt – der Auftakt zu drei Auswärtsspielen in nur sechs Tagen.
